Cannabisanbau: richtige Temperatur für gesundes Wachstum
Écrit par : Katharina
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Temps de lecture 5 min
Der Cannabisanbau steht und fällt mit den Umweltbedingungen. Neben Licht, Wasser und Nährstoffen spielt vor allem die richtige Temperatur eine zentrale Rolle. Sie beeinflusst Keimung, Wachstum, Nährstoffaufnahme, Widerstandskraft gegen Schädlinge und letztlich auch Ertrag und Qualität der Blüten. Schon kleine Abweichungen können Stress auslösen, das Wachstum bremsen oder typische Probleme wie Nährstoffblockaden, Schimmel oder schwache Pflanzen begünstigen.
In diesem Artikel erfährst Du fundiert und praxisnah, welche Temperaturen im Cannabisanbau ideal sind, wie sich die Anforderungen je nach Phase unterscheiden, welche Rolle Tag-Nacht-Unterschiede spielen und wie Du typische Fehler vermeidest. Ziel ist ein stabiles Klima, das Deine Pflanzen langfristig unterstützt – egal ob Indoor, Outdoor oder im Gewächshaus.
Key Takeaways:
Die richtige Temperatur ist ein Grundpfeiler für erfolgreichen Cannabisanbau
Jede Wachstumsphase hat eigene Temperaturanforderungen
Ein moderater Tag-Nacht-Unterschied fördert gesundes Wachstum
Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen gemeinsam betrachtet werden
Konstanz ist wichtiger als kurzfristige Spitzenwerte
Warum die Temperatur im Cannabisanbau so entscheidend ist
Cannabispflanzen sind temperaturabhängige Organismen. Ihre Stoffwechselprozesse – Photosynthese, Atmung, Wassertransport und Nährstoffaufnahme – laufen nur in bestimmten Temperaturbereichen optimal ab.
Zu kalt: Wachstum verlangsamt sich, Wurzeln nehmen Nährstoffe schlechter auf, Mangelerscheinungen treten auf.
Zu heiß: Die Pflanzen transpirieren zu stark, verlieren Wasser, schließen ihre Spaltöffnungen und stellen die Photosynthese teilweise ein.
Ein stabiler Temperaturbereich sorgt dafür, dass die Pflanze effizient arbeitet und ihr genetisches Potenzial ausschöpfen kann.
Eine funktionierende Belüftung besteht immer aus zwei Komponenten: Abluft und Zuluft. Beide müssen aufeinander abgestimmt sein.
Die Abluft saugt warme, feuchte und CO₂-arme Luft aus dem Growraum ab. Gleichzeitig entsteht ein leichter Unterdruck, der frische, sauerstoffreiche Luft über die Zuluft nachzieht. Dieser kontinuierliche Luftaustausch hält das Raumklima stabil.
Besonders wichtig: Die Abluftleistung sollte zur Größe des Growraums passen. Ist sie zu schwach, staut sich Hitze und Feuchtigkeit. Ist sie zu stark, kann es zu unnötigem Stress, Austrocknung oder Geruchsproblemen kommen.
Keimung und Sämlinge
In der Keimphase sind Cannabispflanzen besonders empfindlich. Samen benötigen Wärme, um zuverlässig zu keimen und kräftige Keimlinge zu bilden.
Idealer Bereich: 22–25 °C
Warum: Enzyme arbeiten in diesem Bereich am effizientesten, die Keimwurzel entwickelt sich zügig
Risiken bei Abweichung: Unter 20 °C verzögert sich die Keimung, über 26 °C steigt das Risiko für Pilzbefall und schwache Keimlinge
Gerade in dieser Phase ist Konstanz wichtiger als Perfektion. Starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.
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Vegetative Wachstumsphase
In der Wachstumsphase bauen Cannabispflanzen Blattmasse, Wurzeln und Stängel auf. Hier wird das Fundament für spätere Erträge gelegt.
Ideale Tagestemperatur: 22–28 °C
Nachttemperatur: 18–22 °C
Optimaler Unterschied: 4–6 °C zwischen Tag und Nacht
Bei diesen Temperaturen läuft die Photosynthese auf hohem Niveau, die Pflanze wächst kräftig und bildet ein stabiles Wurzelsystem.
Zu niedrige Temperaturen bremsen das Wachstum, zu hohe Temperaturen können zu dünnen, gestreckten Pflanzen führen.
In der Blüte verschiebt sich der Fokus der Pflanze von Wachstum auf Blüten- und Harzproduktion. Die Temperatur sollte etwas niedriger sein als in der Wachstumsphase.
Ideale Tagestemperatur: 20–26 °C
Nachttemperatur: 16–20 °C
Warum: Kühleres Klima unterstützt die Blütenentwicklung und kann Aroma- und Harzbildung positiv beeinflussen
Zu hohe Temperaturen in der Blüte erhöhen das Risiko für lockere Blüten, Terpenverlust und Schimmelprobleme.
Tag-Nacht-Unterschiede richtig nutzen
Der sogenannte Tag-Nacht-Delta ist ein oft unterschätzter Faktor im Cannabisanbau. Ein moderater Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur simuliert natürliche Bedingungen und wirkt sich positiv auf Struktur und Stabilität der Pflanzen aus.
Optimal: 4–6 °C Unterschied
Zu gering: Pflanzen wirken oft „träge“, Wachstum kann stagnieren
Zu hoch: Stressreaktionen, insbesondere bei empfindlichen Sorten
Ein kontrollierter Temperaturabfall in der Nacht stärkt zudem die Zellstruktur und kann die Färbung bestimmter Sorten intensivieren.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit – ein Zusammenspiel
Temperatur sollte nie isoliert betrachtet werden. Sie steht immer im direkten Zusammenhang mit der Luftfeuchtigkeit. Entscheidend ist hier das sogenannte Dampfdruckdefizit (VPD), das beschreibt, wie gut die Pflanze Wasser verdunsten kann.
Hohe Temperatur + hohe Luftfeuchtigkeit: Erhöhtes Schimmelrisiko
Hohe Temperatur + niedrige Luftfeuchtigkeit: Austrocknung und Stress
Ausgewogenes Verhältnis: Optimale Nährstoffaufnahme und gesundes Wachstum
Gerade Indoor-Grower profitieren davon, Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemeinsam zu regulieren, statt nur einzelne Werte zu optimieren.
Indoor-Cannabisanbau: Temperatur gezielt steuern
Beim Indoor-Anbau hast Du den größten Einfluss auf das Klima. Gleichzeitig entstehen hier die häufigsten Probleme durch falsche Einstellungen.
Typische Wärmequellen:
Beleuchtung (besonders HPS-Lampen)
Netzteile und Vorschaltgeräte
Unzureichende Abluft
Bewährte Maßnahmen:
Leistungsstarke Abluft mit Aktivkohlefilter
Umluftventilatoren für gleichmäßige Luftverteilung
Thermometer auf Pflanzenhöhe, nicht am Boden
Moderne LED-Systeme erzeugen weniger Hitze als klassische Natriumdampflampen, benötigen aber trotzdem ein durchdachtes Klimakonzept.
Experteneinschätzung (Cannabisanbau & Temperatur)
Aus fachlicher Sicht gilt:
Die Temperatur ist im Cannabisanbau kein isolierter Faktor, sondern Teil eines biologischen Gesamtsystems. Studien aus der Pflanzenphysiologie zeigen, dass Cannabis seine höchste Photosynthese-Effizienz in einem moderaten Temperaturfenster erreicht, in dem Enzymaktivität, Wassertransport und Gasaustausch im Gleichgewicht stehen. Bereits dauerhafte Abweichungen von wenigen Grad können diese Prozesse messbar beeinträchtigen.
In der Praxis zeigt sich immer wieder:
Grower, die Temperatur konstant halten, erzielen stabilere Ergebnisse als solche, die kurzfristig höhere Temperaturen tolerieren, um Wachstum „zu pushen“. Hitzestress führt häufig nicht sofort zu sichtbaren Schäden, reduziert aber schleichend die Blütenqualität, Terpenstabilität und Widerstandskraft der Pflanzen. Diese Effekte werden oft erst spät in der Blüte oder nach der Ernte erkannt.
Besonders relevant ist die Anpassung der Temperatur an die jeweilige Wachstumsphase. Während junge Pflanzen Wärme benötigen, profitieren blühende Cannabispflanzen von etwas niedrigeren Werten. Professionelle Anbausysteme arbeiten daher bewusst mit einer kontrollierten Nachtabsenkung, um natürliche Bedingungen zu simulieren und Stressreaktionen zu vermeiden.
Kurz gesagt:
Ein erfolgreicher Cannabisanbau basiert nicht auf maximaler Wärme, sondern auf klimatischer Stabilität, phasengerechter Steuerung und dem Zusammenspiel von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation. Wer diese Faktoren langfristig beherrscht, verbessert nicht nur den Ertrag, sondern vor allem die Qualität.
FAQ
Welche Temperatur ist ideal für Cannabispflanzen?
In der Wachstumsphase liegen ideale Werte meist zwischen 22 und 28 °C, in der Blüte etwas niedriger.
Was passiert bei zu hoher Temperatur?
Zu viel Hitze kann Stress verursachen, die Photosynthese hemmen und die Qualität der Blüten mindern.
Wie wichtig ist die Nachttemperatur?
Sehr wichtig. Ein leichter Temperaturabfall in der Nacht unterstützt natürliche Wachstumsprozesse.
Sind Temperaturschwankungen schlimm?
Starke Schwankungen führen zu Stress und sollten möglichst vermieden werden.
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.