Sea of Green (SOG) ist eine Anbaumethode, bei der viele kleine Pflanzen auf begrenzter Fläche kultiviert werden, um möglichst schnell eine geschlossene Blütendecke zu erzeugen. Im Gegensatz zum Scrog Anbau, bei dem wenige Pflanzen stark trainiert werden, setzt Sea of Green auf kurze Vegetationsphase und hohe Pflanzendichte.
Das Ziel ist eine schnelle Umstellung in die Blüte, sodass jede Pflanze primär eine dominante Hauptcola ausbildet. Dadurch entsteht eine gleichmäßige „Blütenfläche“, die das Licht effizient nutzt.
Sea of Green ist weniger hormonelle Manipulation – sondern ein Flächendesign-Konzept.
Cannabis besitzt eine natürliche apikale Dominanz. Der Haupttrieb wächst schneller als Seitentriebe, da Auxin das laterale Wachstum hemmt.
Sea of Green nutzt genau diesen Mechanismus.
Statt die Dominanz zu brechen (wie beim Scrog), wird sie beibehalten:
kurze Vegetationsphase
schnelle Blüteeinleitung
Fokus auf Haupttrieb
Jede Pflanze bleibt kompakt und produziert primär eine Hauptblüte.
Durch hohe Pflanzendichte entsteht eine geschlossene Canopy.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der kurzen Vegi-Phase.
Typischer Ablauf:
Bewurzelte Stecklinge oder Jungpflanzen einsetzen
Nur kurze Wachstumsphase zulassen
Früh in die Blüte wechseln
Streckphase kontrollieren
Längere Vegetationszeiten sind hier kontraproduktiv, da:
Sea of Green lebt von Gleichmäßigkeit und Kompaktheit.
Im Indoor-Anbau ist Licht der limitierende Faktor. Sea of Green maximiert die Lichtnutzung durch:
Da jede Pflanze primär eine Hauptblüte ausbildet, konzentriert sich die Energie in einem klaren vertikalen Wachstumsmuster.
Das reduziert:
Die Methode ist besonders effizient unter LED-Systemen mit gleichmäßiger Ausleuchtung.
Da viele Pflanzen genutzt werden, kommen meist kleinere Töpfe zum Einsatz.
Das führt zu:
Wichtig ist präzises Gießmanagement, da kleinere Töpfe schneller Salzkonzentrationen aufbauen.
Sea of Green erfordert daher exakte Kontrolle von:
Das System ist schneller – aber empfindlicher.
Der Ertrag entsteht hier nicht durch große Einzelpflanzen, sondern durch Masse an Hauptcolas.
Vorteile:
kurze Gesamtzeit
gleichmäßige Reife
effiziente Lichtausbeute
Risiken:
hohe Pflanzendichte erhöht Krankheitsrisiko
Luftzirkulation wird entscheidend
wenig Spielraum für Fehler
Sea of Green ist ein Zeit- und Flächenoptimierungsmodell.
Hohe Pflanzendichte bedeutet:
Deshalb sind wichtig:
Nährstoffmanagement muss stabil sein, da viele Pflanzen gleichzeitig reagieren.
Der entscheidende Hebel im Sea of Green ist die hohe Pflanzendichte. Während bei anderen Methoden das Training einzelner Pflanzen im Fokus steht, entsteht beim SOG ein dichtes, nahezu geschlossenes Blätterdach. Dieses dichte Canopy verändert jedoch das Mikroklima innerhalb des Bestands erheblich.
1. Mikroklima innerhalb des Blätterdachs
Je dichter die Pflanzen stehen, desto stärker verändert sich:
Luftzirkulation
Temperaturverteilung
Luftfeuchtigkeit
CO₂-Verfügbarkeit
Im oberen Bereich der Pflanzen herrscht meist optimale Lichtintensität. Unterhalb der Hauptcolas jedoch entsteht eine andere Klimazone:
Dieses Mikroklima kann bei unzureichender Umluft zu Kondensationspunkten führen. Besonders in der späten Blüte, wenn die Blüten dichter werden, steigt das Risiko für Schimmelbildung erheblich.
Sea of Green ist daher klimatisch sensibler als viele andere Methoden.
2. Transpirationsdynamik bei hoher Pflanzendichte
Viele kleine Pflanzen bedeuten viele aktive Blätter – und damit hohe Transpiration. Jede Pflanze verdunstet Wasser über ihre Spaltöffnungen (Stomata). Bei hoher Dichte steigt die Gesamtverdunstung stark an.
Das führt zu:
Das Nährstoffsystem muss diese erhöhte Aktivität ausgleichen. Kleine Töpfe in Kombination mit hoher Transpiration machen das System reaktiver.
Wenn Klima oder Bewässerung instabil sind, entstehen schnell:
Salzspitzen
scheinbare Mangelbilder
Wachstumsstagnation
SOG ist daher kein „pflegeleichter“ Ansatz, sondern ein präzises System.
3. Lichtverteilung bei geschlossener Blütendecke
Ein korrekt aufgebautes Sea of Green erzeugt eine flache, homogene Blütenfläche. Das optimiert die Lichtausbeute pro Quadratmeter. Aber:
Zu hohe Pflanzen → ungleichmäßige Lichtverteilung
Zu dichter Bestand → Schattenbildung im unteren Bereich
Ungleichmäßige Sorten → unterschiedliche Streckphasen
Gleichmäßigkeit ist der Schlüssel.
Stecklinge von derselben Mutterpflanze sind hier ideal, da sie identisches Wachstumsmuster besitzen. Unterschiedliche Genetiken führen zu Höhenunterschieden, was die Effizienz reduziert.
4. Nährstoffmanagement im dichten System
In Sea of Green reagieren viele Pflanzen gleichzeitig auf Veränderungen. Eine kleine Fehlanpassung im EC oder pH betrifft sofort die gesamte Fläche.
Das bedeutet:
Ein instabiles Nährstoffsystem wirkt sich in einem SOG schneller sichtbar aus als bei wenigen großen Pflanzen.
5. Systemrisiko vs. Systemeffizienz
Sea of Green ist ein Effizienzmodell. Es maximiert:
Flächennutzung
Lichtausbeute
Zeitfaktor
Gleichzeitig erhöht es jedoch:
Der Erfolg liegt im Gleichgewicht zwischen Pflanzendichte und Umweltkontrolle.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.