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Mikroskopaufnahme einer Breitmilbe auf Cannabispflanze – Cannabis und Breitmilben als unsichtbare Schädlinge im Grow

Hanf Überdüngung erkennen: Symptome richtig deuten und gezielt handeln

Écrit par : Katharina

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Temps de lecture 4 min

Eine Überdüngung bei Hanf gehört zu den häufigsten Problemen im Anbau – unabhängig davon, ob indoor, outdoor oder im Gewächshaus gearbeitet wird. Besonders paradox ist dabei, dass Überdüngung meist aus einem gut gemeinten Impuls entsteht: der Wunsch nach schnellerem Wachstum, kräftigeren Pflanzen oder höheren Erträgen. Genau dieser Ansatz führt jedoch oft zum Gegenteil.


Hanf ist eine robuste Pflanze, reagiert aber sensibel auf Nährstoffüberschüsse im Wurzelraum. Anders als bei einem Mangel, bei dem der Pflanze etwas fehlt, entsteht Überdüngung durch ein Zuviel, das die physiologischen Prozesse der Pflanze aus dem Gleichgewicht bringt. Das macht die Diagnose schwieriger – und falsche Gegenmaßnahmen besonders riskant. In diesem Artikel lernst Du, wie Du eine Überdüngung sicher erkennst, was dabei im Inneren der Pflanze passiert und wie Du langfristig stabile, gesunde Pflanzen sicherstellst.

Key Takeaways:


  • Hanf Überdüngung ist ein Aufnahmeproblem, kein Nährstoffmangel

  • Verbrannte Blattspitzen sind das wichtigste Frühzeichen

  • Dunkelgrüne Blätter können ein Warnsignal sein

  • Radikales Nachdüngen verschärft den Schaden

  • Langfristige Stabilität entsteht durch Zurückhaltung



Inhaltsverzeichnis

Was passiert bei einer Überdüngung im Hanfanbau?

Überdüngung beginnt nicht an den Blättern, sondern im Substrat. Durch zu hohe Düngerkonzentrationen steigt der Salzgehalt im Wurzelbereich. Diese Salze erhöhen den sogenannten osmotischen Druck, wodurch Wasser für die Wurzeln schwerer verfügbar wird. Obwohl das Substrat feucht ist, kann die Pflanze Wasser nicht mehr effizient aufnehmen.


Gleichzeitig werden Nährstoffe im Überschuss nicht einfach „mehr genutzt“, sondern blockieren sich gegenseitig. Bestimmte Ionen konkurrieren um Aufnahmeplätze an den Wurzeln. Das Resultat ist eine Nährstoffblockade: Obwohl viele Nährstoffe vorhanden sind, kann die Pflanze sie nicht verwerten. Dieses Missverhältnis ist der Kern jeder Überdüngung.


Langfristig werden die empfindlichen Wurzelspitzen geschädigt. Diese sind für Feinregulation und Aufnahme verantwortlich. Sind sie einmal beschädigt, verliert die Pflanze einen großen Teil ihrer Anpassungsfähigkeit.


Typische Symptome: Hanf Überdüngung erkennen

Verbrannte Blattspitzen – das erste Warnsignal



Eines der frühesten und verlässlichsten Symptome einer Überdüngung sind braune, trockene Blattspitzen. Diese entstehen, weil überschüssige Salze zuerst in den Blattspitzen akkumulieren. Dort sterben Zellen ab, da sie den osmotischen Stress nicht mehr ausgleichen können.


Wichtig ist die Einordnung:

Dieser Schaden ist nicht reversibel. Ziel jeder Maßnahme ist es nicht, beschädigte Blattspitzen zu reparieren, sondern das Fortschreiten zu stoppen. Wenn sich die Verbrennungen von den Spitzen in Richtung Blattmitte ausbreiten, ist die Überdüngung bereits fortgeschritten.


Dunkelgrüne, harte und glänzende Blätter



Ein häufig missverstandenes Zeichen ist ein unnatürlich dunkles Blattgrün. Viele Grower interpretieren diese Farbe als Zeichen optimaler Versorgung. Tatsächlich ist sie oft ein Hinweis auf Stickstoffüberschuss.


Die Blätter wirken dick, fest und teilweise glänzend. Das Gewebe verliert an Elastizität. Diese Phase ist besonders gefährlich, weil sie optisch zunächst „gesund“ wirkt, während im Inneren bereits Stressprozesse ablaufen. Bleibt der Zustand bestehen, folgen meist Blattkräuselung und Spitzenbrand.


Blattkräuselung und „Clawing“



Bei fortschreitender Überdüngung rollen sich Blätter nach unten ein – ein Phänomen, das als Clawing bezeichnet wird. Die Pflanze versucht damit, ihre Verdunstungsfläche zu reduzieren, um Wasserverlust zu minimieren.


Dieses Symptom zeigt deutlich, dass die Wasseraufnahme über die Wurzeln gestört ist. Es handelt sich nicht um ein reines Nährstoffproblem, sondern um eine physiologische Notreaktion auf osmotischen Stress.


Wachstumsstopp trotz idealer Bedingungen



Ein besonders irritierendes Zeichen ist ein Stillstand des Wachstums, obwohl Licht, Temperatur und Bewässerung stimmen. Neue Triebe bleiben klein, Internodien verkürzen sich, die Pflanze wirkt „eingefroren“.


Dieser Zustand entsteht, weil die Pflanze ihre Energie nicht mehr in Wachstum investieren kann. Stattdessen versucht sie, das innere Gleichgewicht zu stabilisieren. In dieser Phase verschärft weiteres Düngen das Problem massiv.

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Häufige Ursachen für Überdüngung bei Hanf

Ein zentraler Faktor ist die Überschätzung der Düngeempfehlungen. Viele Hersteller geben Maximalwerte an, die nur unter optimalen Bedingungen sinnvoll sind. Werden diese Werte von Beginn an genutzt, fehlt der Pflanze jede Reserve.


Hinzu kommt die Kombination mehrerer Produkte: Basisdünger, Booster, Zusatzstoffe. Jeder für sich scheint moderat, zusammen führen sie jedoch zu einer hohen Salzlast. Besonders junge Pflanzen sind dafür extrem anfällig.


Auch fehlende EC- und pH-Kontrolle spielt eine große Rolle. Ohne Messungen bleiben schleichende Salzansammlungen unbemerkt, bis sichtbare Schäden auftreten. In schweren oder schlecht drainierenden Substraten verstärkt sich dieses Risiko zusätzlich.


Illustration einer Milbe in Nahaufnahme – Cannabis und Breitmilben im Detail unter dem Mikroskop.
Foto von Lê Tit auf Unsplash

Hanf Überdüngung richtig behandeln (strategisch, nicht hektisch)

Der wichtigste Schritt ist Ruhe. Überdüngung erfordert keine Panik, sondern Kontrolle.


Zuerst wird die Düngung vollständig gestoppt. Anschließend kann – je nach Schweregrad – eine gezielte Spülung mit pH-angepasstem Wasser sinnvoll sein, um überschüssige Salze auszutragen. Dabei gilt: lieber moderat und kontrolliert als radikal.


Parallel sollte das Klima stabil gehalten werden. Moderate Temperaturen und eine nicht zu niedrige Luftfeuchtigkeit entlasten die Pflanze zusätzlich. Erst wenn neues Wachstum wieder gesund erscheint, wird vorsichtig mit reduzierter Düngung fortgefahren.


Langfristige Folgen unbehandelter Überdüngung

Bleibt Überdüngung unbehandelt, führt sie zu dauerhaften Wurzelschäden. Die feinen Wurzelspitzen verlieren ihre Funktion, wodurch die Pflanze ihre Fähigkeit zur Selbstregulation einbüßt. Selbst nach späteren Korrekturen bleibt sie anfälliger für Stress, Krankheiten und weitere Nährstoffprobleme.


In der Blütephase wirken sich diese Schäden besonders stark aus. Die Pflanze kann Blüten nicht mehr vollständig versorgen, der Harzbesatz sinkt, Terpene entwickeln sich flacher. Diese Qualitätsverluste sind irreversibel. Keine spätere Maßnahme kann sie ausgleichen.


Langfristig reduziert Überdüngung nicht nur den Ertrag, sondern auch die Stabilität des gesamten Anbausystems.

Grower untersucht Pflanze mit Lupe – Cannabis und Breitmilben frühzeitig identifizieren und eindämmen.
Foto von Elsa Olofsson auf Unsplash

Überdüngung zuverlässig vermeiden

Die effektivste Strategie ist Düngen mit Reserve. Hanf wächst besser mit leichtem Mangel als mit Überschuss. Regelmäßige EC- und pH-Messungen, Drainagekontrolle und bewusste Düngepausen sind entscheidend.


Stabilität, nicht Maximierung, ist der Schlüssel zu gesunden Pflanzen.


FAQ

Kann sich eine überdüngte Pflanze vollständig erholen?

Teilweise. Neues Wachstum kann gesund sein, alte Schäden bleiben.

Ist Spülen immer notwendig?

Nein. Leichte Fälle profitieren oft vom reinen Düngestopp.

Warum sehen überdüngte Pflanzen manchmal „gesund“ aus?

Dunkles Blattgrün täuscht Vitalität vor, während Stress entsteht.

Ist Überdüngung in der Blüte kritischer?

Ja, da Qualitätsverluste dann nicht mehr kompensierbar sind.

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.

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