Cannabis Terpene: Myrcen, Limonen & Co. erklärt
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Geschrieben von: Katharina
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Wer beim Cannabis-Kauf nur auf den THC-Gehalt schaut, verpasst die halbe Geschichte. Die eigentlichen Dirigenten des Erlebnisses sind die Terpene – aromatische Verbindungen, die in den Trichomen der Cannabispflanze produziert werden und weit mehr tun, als nur gut zu riechen. Sie modulieren die Wirkung von Cannabinoiden, beeinflussen Stimmung und Körpergefühl und machen jede Sorte zu einem einzigartigen Erlebnis.
Das Konzept dahinter heißt Entourage-Effekt: Cannabinoide wie THC und CBD wirken in Kombination mit Terpenen stärker, gezielter und nuancierter als allein. Eine Sorte mit 20 % THC und reichem Terpenprofil kann ein völlig anderes Erlebnis erzeugen als eine Sorte mit denselben 20 % THC, aber armen Terpenprofil. Der Unterschied liegt in den Terpenen.
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Terpene sind organische Verbindungen, die von einer Vielzahl von Pflanzen produziert werden – nicht nur von Cannabis. Lavendel, Kiefern, Zitronen, Pfeffer, Mango: Sie alle enthalten Terpene, die für ihren charakteristischen Geruch verantwortlich sind. In der Natur dienen Terpene als Abwehrmechanismus gegen Schädlinge und Fressfeinde, als Lockstoff für Bestäuber und als Schutz vor UV-Strahlung.
In der Cannabispflanze werden Terpene in denselben Drüsen produziert wie Cannabinoide – den Trichomen. Das ist kein Zufall. Die enge räumliche Nähe ermöglicht das direkte Zusammenspiel beider Verbindungsklassen, das als Entourage-Effekt bekannt ist.Bisher wurden in Cannabis über 200 verschiedene Terpene identifiziert. Die meisten kommen in so geringen Mengen vor, dass sie kaum messbar sind. Etwa 20 bis 30 Terpene machen den Großteil des Terpenprofils einer Sorte aus – und etwa 10 davon sind für die charakteristischen Aromen und Wirkungsunterschiede zwischen Sorten verantwortlich.
Wichtig zu wissen: Terpene sind flüchtig. Sie verdampfen bei Wärme, Licht und Sauerstoffkontakt. Falsch gelagerte Blüten verlieren zuerst ihre Terpene – das erklärt, warum alte oder schlecht gelagerte Ware nach Heu riecht und weniger intensiv wirkt.
Der Begriff „Entourage-Effekt" wurde 1998 von den israelischen Forschern Raphael Mechoulam und Shimon Ben-Shabat geprägt. Die Grundidee: Cannabis-Verbindungen wirken in ihrer natürlichen Kombination stärker und gezielter als isolierte Einzelsubstanzen.Das erklärt, warum reines synthetisches THC (Dronabinol) in klinischen Studien oft weniger effektiv ist als pflanzliches Cannabis mit vollem Terpenprofil. Und warum CBD-Isolat häufig schwächer wirkt als Vollspektrum-CBD-Extrakte, die alle natürlichen Terpene und Cannabinoide enthalten.
Terpene beeinflussen die Wirkung von Cannabinoiden auf mehrere Weisen: Sie modulieren die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, beeinflussen die Bindungsaffinität von Cannabinoiden an Rezeptoren und wirken selbst auf Neurotransmitter-Systeme wie Serotonin, Dopamin und GABA. Das Ergebnis ist ein komplexes Zusammenspiel, das die Wirkung jeder Sorte einzigartig macht.
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Myrcen ist das häufigste Terpen in Cannabis und in vielen Sorten das dominante. Es riecht erdig, moschusartig und leicht nach Mango – und ist für die typische „Weed-Note" vieler Sorten verantwortlich.Wirkung: Myrcen wirkt sedierend und entspannend. Es erhöht die Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke und beschleunigt damit die Aufnahme von THC ins Gehirn. Sorten mit hohem Myrcen-Anteil wirken schneller und körperschwerer. Myrcen findet sich auch in Hopfen, Thymian und Mango.Typische Sorten: Kush-Varietäten, OG Kush, Granddaddy Purple, Wedding Cake.
Limonen ist das zweit- oder dritthäufigste Terpen in Cannabis und für die zitrusartigen, frischen Noten vieler Sorten verantwortlich. Es riecht nach Zitrone, Orange und Grapefruit.Wirkung: Limonen wirkt stimmungsaufhellend, angstlösend und antidepressiv. Es erhöht den Serotonin- und Dopaminspiegel im Gehirn und erklärt, warum Sativa-dominante Sorten trotz hohem THC-Gehalt oft weniger Angst auslösen als Indica-Sorten. Limonen findet sich auch in Zitrusfrüchten und wird in der Aromatherapie eingesetzt.Typische Sorten: Lemon Haze, Tangie, Super Lemon Haze, Amnesia Haze.
Caryophyllen ist einzigartig unter den Terpenen: Es ist das einzige, das direkt an Cannabinoid-Rezeptoren bindet – spezifisch an CB2-Rezeptoren, die vor allem im Immunsystem und im peripheren Nervensystem vorkommen. Damit ist Caryophyllen sowohl Terpen als auch funktionelles Cannabinoid.Es riecht würzig, pfeffrig und holzig – ähnlich wie schwarzer Pfeffer oder Nelken.Wirkung: Entzündungshemmend, schmerzlindernd, angstlösend. Caryophyllen wird in der Forschung als potenzielles Therapeutikum bei Entzündungserkrankungen, Schmerzen und Angststörungen untersucht. Es findet sich auch in schwarzem Pfeffer, Nelken und Zimt.Typische Sorten: OG Kush, Girl Scout Cookies, Chemdawg, Bubba Kush.
Pinen ist das häufigste Terpen in der Natur und für den charakteristischen Kiefernharz-Geruch verantwortlich. Es kommt in zwei Formen vor: Alpha-Pinen (häufiger in Cannabis) und Beta-Pinen.Wirkung: Pinen wirkt bronchienerweiternd, was die Aufnahme von Cannabinoiden beim Inhalieren verbessert. Es soll die Gedächtnisleistung fördern und die durch THC verursachte kurzfristige Gedächtnisbeeinträchtigung teilweise ausgleichen. Pinen findet sich in Kiefern, Rosmarin und Salbei.Typische Sorten: Jack Herer, Blue Dream, Trainwreck, Haze-Varietäten.
Linalool ist das Terpen, das Lavendel seinen beruhigenden Ruf verleiht. In Cannabis kommt es in kleineren Mengen vor, hat aber einen deutlichen Einfluss auf die Wirkung.Wirkung: Beruhigend, schlaffördernd, angstlösend. Linalool moduliert die Aktivität von GABA-Rezeptoren – denselben Rezeptoren, auf die Benzodiazepine wirken. Es erklärt, warum manche Sorten trotz hohem THC-Gehalt sehr beruhigend wirken. Linalool findet sich in Lavendel, Koriander und Basilikum.Typische Sorten: Lavender, LA Confidential, Amnesia Haze, Granddaddy Purple.
Terpinolen ist weniger verbreitet als die oben genannten Terpene, aber in bestimmten Sorten dominant. Es riecht fruchtig, blumig und leicht nach Kiefern – eine komplexe, vielschichtige Note.Wirkung: Terpinolen gilt als leicht energetisierend und kreativitätsfördernd. Es wirkt antioxidativ und hat in Studien sedative Eigenschaften bei Mäusen gezeigt – beim Menschen überwiegt jedoch die aktivierende Wirkung. Es findet sich in Äpfeln, Flieder und Teebaum.Typische Sorten: Jack Herer, Ghost Train Haze, Durban Poison, Dutch Treat.
| Terpen | Aroma | Wirkung | Auch in |
|---|---|---|---|
| Myrcen | Erdig, Mango, moschusartig | Entspannend, sedierend | Hopfen, Mango, Thymian |
| Limonen | Zitrus, Zitrone, Orange | Stimmungsaufhellend, angstlösend | Zitrusfrüchte, Wacholder |
| Caryophyllen | Würzig, pfeffrig, holzig | Entzündungshemmend, schmerzlindernd | Schwarzer Pfeffer, Nelken |
| Pinen | Kiefer, Wald, frisch | Fokussierend, gedächtnisfördernd | Kiefern, Rosmarin, Salbei |
| Linalool | Blumig, Lavendel, süß | Beruhigend, schlaffördernd | Lavendel, Koriander, Basilikum |
| Terpinolen | Fruchtig, blumig, Kiefer | Energetisierend, kreativ | Äpfel, Flieder, Teebaum |
| Ocimen | Süß, holzig, krautig | Antiviral, antifungal | Basilikum, Minze, Orchideen |
Terpene sind empfindlich. Hitze, Licht, Sauerstoff und Zeit zerstören sie. Wer das volle Terpenprofil einer Sorte erleben möchte, sollte auf einige Dinge achten:
Lagerung: Blüten in luftdichten, dunklen Glasgefäßen bei 15–21 °C lagern. Boveda-Packs halten die Luftfeuchtigkeit konstant und schützen Terpene vor dem Austrocknen.
Vaporizer statt Verbrennung: Beim Verbrennen (Joint, Bong) werden Terpene durch die hohe Hitze teilweise zerstört. Ein Vaporizer, der bei 160–185 °C arbeitet, erhält das Terpenprofil besser und liefert ein aromatischeres Erlebnis.
Temperatur beim Vaporizer: Verschiedene Terpene verdampfen bei verschiedenen Temperaturen. Myrcen verdampft bei ca. 167 °C, Limonen bei 176 °C, Caryophyllen bei 160 °C. Wer bei niedrigen Temperaturen startet, bekommt zuerst die leichteren Terpene – das Erlebnis ist aromatischer und weniger intensiv.
Frische kaufen: Je frischer die Blüte, desto reicher das Terpenprofil. Alte oder falsch gelagerte Ware riecht nach Heu – ein sicheres Zeichen für Terpenverlust.
Die wissenschaftliche Erforschung von Cannabis-Terpenen steht noch am Anfang, liefert aber bereits spannende Ergebnisse:Eine Studie aus dem Jahr 2011 (Russo, British Journal of Pharmacology) legte die Grundlagen für das Verständnis des Entourage-Effekts und zeigte, dass Terpene die Wirkung von Cannabinoiden auf Rezeptorebene modulieren können.Caryophyllen wurde in mehreren Studien als entzündungshemmendes Mittel untersucht und zeigte in Tiermodellen vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Entzündungserkrankungen und neuropathischen Schmerzen.Linalool wurde in klinischen Studien auf seine angstlösenden Eigenschaften untersucht – mit Ergebnissen, die seine traditionelle Verwendung in der Aromatherapie wissenschaftlich untermauern.Limonen zeigte in Laborstudien antidepressive und anxiolytische Effekte über Serotonin- und Dopamin-Signalwege – was die anekdotischen Berichte über stimmungsaufhellende Wirkung Sativa-dominanter Sorten mit hohem Limonen-Anteil erklärt.Die Forschung ist noch weit von vollständigen klinischen Beweisen entfernt, aber die Richtung ist klar: Terpene sind pharmakologisch aktive Verbindungen, die das Cannabis-Erlebnis maßgeblich mitgestalten.
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Terpene sind aromatische Verbindungen, die in den Trichomen der Cannabispflanze produziert werden. Sie sind für Geruch und Geschmack verantwortlich und modulieren die Wirkung von Cannabinoiden durch den Entourage-Effekt.
Kein Terpen allein macht „high" – das ist die Aufgabe von THC. Aber Terpene wie Myrcen können die Aufnahme von THC beschleunigen und die Intensität der Wirkung beeinflussen. Limonen und Terpinolen können die Wirkung energetisierender machen, Myrcen und Linalool eher sedierender.
Jede Sorte hat ein einzigartiges Terpenprofil – eine spezifische Kombination aus verschiedenen Terpenen in verschiedenen Mengen. Diese Kombination bestimmt das Aroma. Zwei Sorten mit demselben THC-Gehalt können völlig unterschiedlich riechen und wirken, wenn ihr Terpenprofil verschieden ist.
Teilweise ja. Beim Verbrennen (Joint, Bong) werden viele Terpene durch die hohe Hitze zerstört, bevor sie inhaliert werden können. Ein Vaporizer bei niedrigen Temperaturen (160–185 °C) erhält das Terpenprofil deutlich besser.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von HHC oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.
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