Beide Probleme können hängende Blätter verursachen.
Unterschied:
Bei Überwässerung wirken Blätter schlaff und weich.
Bei Stickstofftoxizität sind sie dunkel, fest und krallenartig nach unten gebogen.
Die Blattfarbe ist ein entscheidender Hinweis.
Written by: Katharina
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Stickstoff ist essenziell für Wachstum, Blattentwicklung und Photosynthese. Doch ein Überschuss wirkt sich ebenso negativ aus wie ein Mangel. Stickstofftoxizität bei Cannabispflanzen entsteht, wenn die Pflanze mehr Stickstoff aufnimmt, als sie metabolisch sinnvoll verarbeiten kann.
Das Resultat ist kein „kräftiges Wachstum“, sondern ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel. Die Pflanze produziert übermäßig weiches Gewebe, verzögert ihre Reifung und wird anfälliger für Krankheiten. Besonders in der Blütephase kann ein Stickstoffüberschuss Qualität und Aroma erheblich beeinträchtigen.
Dunkelgrüne, krallenartige Blätter sind Warnzeichen
Überschuss verzögert Blütenreife
Ammonium-Anteil kritisch
EC-Kontrolle entscheidend
Stickstoff in der Blüte reduzieren
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Stickstoff ist Bestandteil von Aminosäuren, Proteinen und Chlorophyll. Ein Überschuss führt zu übermäßiger Protein- und Blattmasseproduktion.
Folgen:
dunkelgrüne, glänzende Blätter
weiche, saftige Zellstruktur
reduzierte Ligninbildung
verlangsamte Blütenreife
Das Problem entsteht, weil die Pflanze Energie in vegetatives Wachstum investiert, anstatt in Blütenbildung.
Zusätzlich erhöht sich die Zellsaftkonzentration. Das Gewebe bleibt weich und weniger stabil – ein idealer Nährboden für Schimmel und Schädlingsbefall.
Frühe Anzeichen:
sehr dunkles, fast blaugrünes Blatt
leicht glänzende Oberfläche
verstärkte Blattmasse
Mittlere Phase:
eingerollte Blattspitzen („Clawing“)
nach unten gekrümmte Blätter
dicke, starre Blattadern
Fortgeschrittene Phase:
verlangsamte Blütenentwicklung
verminderte Harzproduktion
erhöhte Anfälligkeit für Pilze
Das charakteristische „Clawing“ ist eines der deutlichsten Merkmale.
Beide Probleme können hängende Blätter verursachen.
Unterschied:
Bei Überwässerung wirken Blätter schlaff und weich.
Bei Stickstofftoxizität sind sie dunkel, fest und krallenartig nach unten gebogen.
Die Blattfarbe ist ein entscheidender Hinweis.
Überdosierung von Wachstumsdünger
Zu lange hohe N-Gaben in der Blüte
Ungleichgewicht zwischen Nitrat und Ammonium
Hoher EC-Wert
Kleine Töpfe mit schneller Salzakkumulation
Besonders kritisch ist ein hoher Ammonium-Anteil, da dieser schneller toxisch wirken kann.
Ein Stickstoffüberschuss in der Blütephase:
verzögert Reifung
reduziert Terpenkonzentration
begünstigt lockere Blütenstruktur
erhöht Feuchtigkeitsgehalt im Gewebe
Da Terpenproduktion stresssensibel ist, kann ein Überschuss das Aromaprofil deutlich schwächen.
Zudem bleibt überschüssiger Stickstoff im Pflanzengewebe gebunden, was sich negativ auf Geschmack und Verbrennungseigenschaften auswirken kann.
Ein stabiler Nährstoffhaushalt berücksichtigt:
angepasstes Düngeschema je Phase
moderaten EC-Wert
ausgewogenes NO₃⁻/NH₄⁺-Verhältnis
regelmäßige Kontrolle des Drain
In der späten Blüte sollte Stickstoff bewusst reduziert werden, um:
Reifung zu fördern
Harzproduktion zu unterstützen
Blattmasse zu stabilisieren
Ein Übermaß an Stickstoff destabilisiert das gesamte System.
Wenn Stickstofftoxizität auftritt, ist der Impuls oft: „sofort spülen“ oder „alles absetzen“. Beides kann funktionieren, kann aber auch neue Probleme erzeugen, wenn man es ohne Systemlogik macht. Ziel ist nicht nur, Stickstoff zu reduzieren, sondern das gesamte Nährstoffsystem wieder in Balance zu bringen – ohne pH/EC-Schocks, ohne Wurzelschäden und ohne Folge-Mängel.
Bevor Du korrigierst, brauchst Du drei klare Indizien:
Blattoptik: sehr dunkelgrün, teils glänzend
Struktur: Blätter wirken fester, „lederartig“ und krallen nach unten (Clawing)
Wachstumsbild: mehr Blattmasse/Internodienstreckung, aber weniger „gesundes“ dynamisches Wachstum
Wichtig: Wenn die Blätter zwar hängen, aber weich/schlaff wirken und die Farbe normal ist, ist Überwässerung wahrscheinlicher als N-Toxizität. Bei echter N-Toxizität ist das Blatt meist dunkel + fest + claw.
Stickstofftoxizität tritt häufig zusammen mit erhöhtem EC auf, besonders wenn:
in kleinen Töpfen gedüngt wird
häufig „nachgelegt“ wird
wenig Drain entsteht
das Substrat Salze akkumuliert
Hier liegt eine typische Kettenreaktion:
hohe N-Gabe → mehr Salzlast → osmotischer Stress → schlechtere Wasseraufnahme → Störungen im Nährstofftransport → noch mehr Symptome.
Deshalb ist der erste stabile Schritt oft nicht „mehr Dünger ändern“, sondern EC-Spitzen abflachen.
Ein aggressives Durchspülen kann zwar Salze entfernen, aber es kann auch:
die Wurzelzone abrupt abkühlen
Sauerstoff aus dem Substrat verdrängen
die Mikroflora destabilisieren (bei organischen Systemen)
pH driften lassen
Calcium/Magnesium-Verhältnisse kurzfristig verschieben
Das Ergebnis sind Folgeprobleme wie Calcium-/Magnesiummängel oder „Blockadebilder“, die dann fälschlich als neue Mängel interpretiert werden.
Ein Soft Reset bedeutet:
N-Input reduzieren
Salzlast langsam senken
System stabilisieren statt „alles auf null“
In der Vegetation
Ziel: Wachstum wieder „straff und sauber“ bekommen, ohne zu verhungern.
Typischer Fehler: N komplett rausnehmen → Pflanze fällt in Mangel, was später schwächeres Wachstum erzeugt.
Besser:
N deutlich senken, aber Grundversorgung halten
Fokus auf stabile Wurzelbedingungen (O₂, nicht zu nass)
neue Triebe beobachten (die sind die Messinstrumente)
In der Blüte
Ziel: Reife fördern, Blattmasse kontrollieren, Aroma stabil halten.
Hier ist eine stärkere N-Reduktion sinnvoll, weil überschüssiger N die Blütenreife verzögert, die Struktur aufweicht und Terpene leidet.
In der Blüte ist N-Toxizität besonders kritisch, weil sie:
Bud-Dichte reduziert
Harzproduktion schwächen kann
Schimmelrisiko erhöht (weiches, wasserreiches Gewebe)
Stickstofftoxizität ist oft begleitet von „zu viel des Guten“ im Substrat. Die Wurzeln reagieren darauf empfindlich. Stabilisierung heißt:
Gießrhythmus normalisieren: nicht aus Angst zu wenig/zu viel – sondern konstant
O₂ sicherstellen: Staunässe vermeiden, trockene Phase zulassen
Temperatur stabil halten: kalte Wurzeln + hoher EC = extrem schlechte Kombi
Drain ermöglichen: damit keine Salzakkumulation entsteht
In vielen Fällen verschwindet Clawing erst, wenn die Wurzelzone wieder „atmen“ kann.
Du misst Erfolg nicht an den alten, dunklen Blättern. Die bleiben oft lange „dicht“ oder verformt.
Erfolg erkennst Du an:
neuem Wachstum: helleres, natürliches Grün
Blattform: keine neue Krallenbildung
Streckung: normaler Internodienabstand
Blütenentwicklung: wieder sichtbarer Fortschritt und bessere Struktur
Das System wird über neue Blätter diagnostiziert – nicht über die Vergangenheit.
Nicht zwangsläufig, aber sehr dunkles, glänzendes Blatt kann Hinweis auf Überschuss sein.
Ja, durch Anpassung des Düngeschemas und Stabilisierung des EC-Werts.
Ja, aber deutlich reduziert.
Überschüssiger Stickstoff verändert Zellstruktur und Wasserhaushalt.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.
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