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Mikroskopaufnahme einer Breitmilbe auf Cannabispflanze – Cannabis und Breitmilben als unsichtbare Schädlinge im Grow

Stickstoffmangel bei Cannabispflanzen erkennen und nachhaltig beheben

Written by: Katharina

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Time to read 4 min

Stickstoffmangel bei Cannabispflanzen zählt zu den häufigsten Nährstoffproblemen im Anbau. Stickstoff ist essenziell für Chlorophyll, Aminosäuren und Proteine – also für grundlegende Wachstumsprozesse. Ohne ausreichende Stickstoffversorgung verlangsamt sich die Photosynthese, das Wachstum stagniert und die Pflanze beginnt, ältere Blätter abzubauen.


Doch nicht jeder sichtbare Mangel ist automatisch eine Unterversorgung. Häufig liegt die Ursache in einem instabilen Nährstoffsystem, falschem pH-Wert oder einer gestörten Wurzelzone.

Key Takeaways:


  • Stickstoff ist zentral für Chlorophyll

  • Symptome beginnen an unteren Blättern

  • pH beeinflusst Aufnahme

  • Balance in der Blüte entscheidend

  • Systemstabilität wichtiger als hohe Dosierung

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Inhaltsverzeichnis

Die physiologische Rolle von Stickstoff (Bei Cannabispflanzen)

Stickstoff ist Bestandteil von:


  • Chlorophyll

  • Aminosäuren

  • Enzymen

  • Nukleinsäuren (DNA/RNA)



Chlorophyll ist für die Photosynthese verantwortlich. Sinkt der Stickstoffgehalt, nimmt die Chlorophyllproduktion ab – die Blätter verlieren ihre intensive grüne Farbe.


Da Stickstoff mobil ist, wird er bei Mangel aus älteren Blättern in jüngere Pflanzenteile transportiert. Deshalb treten erste Symptome immer an den unteren Blättern auf.


Typische Symptome von Stickstoffmangel

Frühe Phase:


  • gleichmäßige Aufhellung älterer Blätter

  • hellgrüner Farbton

  • verlangsamtes Wachstum



Mittlere Phase:


  • deutliche Gelbfärbung der unteren Blätter

  • dünnere Stängel

  • reduzierte Blattmasse



Fortgeschrittene Phase:


  • Absterben älterer Blätter

  • reduzierte Blütenentwicklung

  • geringere Gesamtbiomasse



Wichtig:

Stickstoffmangel zeigt sich meist gleichmäßig über das gesamte Blatt – nicht punktuell oder zwischen den Adern.


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Stickstoffmangel vs. natürliche Blattalterung

In der späten Blütephase reduziert die Pflanze natürlicherweise die Stickstoffaufnahme. Ein leichter Rückgang der Blattfarbe kann dann normal sein.


Unterscheidungsmerkmale:


Natürliche Alterung:


  • tritt spät in der Blüte auf

  • betrifft hauptsächlich untere Blätter

  • Gesamtpflanze wirkt stabil



Echter Mangel:


  • tritt früh auf

  • betrifft größere Blattbereiche

  • Wachstum verlangsamt sich deutlich



Timing ist entscheidend für die Diagnose.


Illustration einer Milbe in Nahaufnahme – Cannabis und Breitmilben im Detail unter dem Mikroskop.
Foto von Lê Tit auf Unsplash

Ursachen von Stickstoffmangel

Ein Stickstoffmangel entsteht nicht nur durch zu geringe Düngung.


Häufige Ursachen:


  1. pH-Blockade

    Ein instabiler pH-Wert kann die Aufnahme hemmen.

  2. Salzstress (hoher EC)

    Zu hohe Salzkonzentration erschwert Wasser- und Nährstoffaufnahme.

  3. Überwässerung

    Sauerstoffmangel in der Wurzelzone reduziert Nährstofftransport.

  4. Zu kleine Topfgröße

    Schnelle Nährstofferschöpfung im Substrat.

  5. Ungleichgewicht im Nährstoffverhältnis

    Hohe Kalium- oder Phosphorgaben können Stickstoffdynamik beeinflussen.



Auswirkungen auf Blüte und Ertrag

Stickstoff ist besonders in der Vegetationsphase entscheidend. Ein früher Mangel reduziert:


  • Blattfläche

  • Photosynthesekapazität

  • Energieproduktion



In der Blüte kann ein leichter Rückgang sinnvoll sein, da überschüssiger Stickstoff:


  • Blütenstreckung fördern

  • Aromaentwicklung beeinträchtigen

  • Reifung verzögern



Die Balance ist entscheidend.

Grower untersucht Pflanze mit Lupe – Cannabis und Breitmilben frühzeitig identifizieren und eindämmen.
Foto von Elsa Olofsson auf Unsplash

Nährstoffsystem und langfristige Stabilität

Langfristige Stabilität entsteht durch:


  • stabiles pH-Management

  • moderaten EC-Wert

  • ausreichende Wurzelbelüftung

  • angepasstes Düngeschema je nach Phase



Ein Übermaß an Stickstoff ist ebenso problematisch wie ein Mangel. Zu hohe N-Gaben führen zu:


  • dunkelgrünen, weichen Blättern

  • erhöhter Krankheitsanfälligkeit

  • verzögerter Blütenreife



Stickstoffmanagement ist daher ein Balanceakt.


Stickstoffformen, Aufnahmewege und Stoffwechselumwandlung – warum „Stickstoff ist nicht gleich Stickstoff“

Im Cannabisanbau wird häufig nur über „Stickstoffmenge“ gesprochen. Tatsächlich ist jedoch entscheidend, in welcher Form Stickstoff vorliegt und wie die Pflanze ihn metabolisch verarbeitet. Stickstoff wird hauptsächlich in zwei anorganischen Formen aufgenommen:


  • Nitrat (NO₃⁻)

  • Ammonium (NH₄⁺)



Diese beiden Formen unterscheiden sich stark in ihrer physiologischen Wirkung.


1. Nitrat-Stickstoff (NO₃⁻)



Nitrat ist die stabilere Form im Substrat. Es muss in der Pflanze jedoch erst enzymatisch reduziert werden:


NO₃⁻ → NO₂⁻ → NH₄⁺ → Aminosäuren


Diese Umwandlung erfordert Energie (ATP) und Enzymaktivität (Nitratreduktase). Deshalb ist Nitrat stark temperatur- und lichtabhängig.


Bei niedrigen Temperaturen oder schwacher Beleuchtung kann die Umwandlung verlangsamt sein. Das kann zu einem scheinbaren Stickstoffmangel führen – obwohl ausreichend Nitrat vorhanden ist.


Vorteile von Nitrat:


  • stabiler pH-Effekt

  • geringeres Risiko für toxische Anreicherung

  • bessere Steuerbarkeit



2. Ammonium-Stickstoff (NH₄⁺)



Ammonium ist direkt verwertbar, da es nicht reduziert werden muss. Es kann schneller in Aminosäuren eingebaut werden.


Allerdings:


  • Überschuss kann toxisch wirken

  • senkt den pH-Wert im Wurzelbereich

  • kann Calcium- und Magnesiumaufnahme beeinflussen



Ein Übermaß an Ammonium kann zu weichem, dunkelgrünem Wachstum führen und die Pflanze anfälliger für Krankheiten machen.


3. Energetische Balance der Stickstoffverwertung



Die Umwandlung von Nitrat in pflanzenverfügbare Formen verbraucht Energie. In Phasen mit:


  • geringer Lichtintensität

  • kalten Temperaturen

  • geschwächtem Wurzelsystem



kann die Pflanze diesen Prozess nicht effizient durchführen.


Das Ergebnis:

Wachstum verlangsamt sich, obwohl Stickstoff im Substrat vorhanden ist.


Hier liegt ein häufiger Diagnosefehler.


4. Stickstoff und pH-Dynamik



Nitrat-Aufnahme erhöht tendenziell den pH-Wert in der Rhizosphäre, während Ammonium ihn senkt.


Ein Ungleichgewicht zwischen beiden Formen kann daher:


  • pH-Schwankungen auslösen

  • sekundäre Nährstoffblockaden verursachen

  • Magnesium- oder Calciumprobleme verstärken



Ein stabiles Verhältnis beider Formen ist langfristig entscheidend.


5. Mikrobiologie im Substrat



In organischen Substraten spielt die mikrobielle Mineralisierung eine große Rolle. Mikroorganismen wandeln organischen Stickstoff in pflanzenverfügbare Formen um.


Bei:


  • kaltem Substrat

  • Sauerstoffmangel

  • übermäßig nassem Boden



verlangsamt sich dieser Prozess.


Das kann zu Stickstoffmangel führen, obwohl organisches Material ausreichend vorhanden ist.


FAQ

Warum beginnen die Symptome unten?

Weil Stickstoff mobil ist und in neue Pflanzenteile transportiert wird.

Ist Gelbfärbung immer Stickstoffmangel?

Nein, auch Magnesium- oder Lichtstress kann ähnlich wirken.

Kann man Stickstoff schnell korrigieren?

Ja, aber nur nach Prüfung von pH und EC.

Ist Stickstoff in der Blüte wichtig?

Ja, aber in reduzierter Menge.

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.

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