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Mikroskopaufnahme einer Breitmilbe auf Cannabispflanze – Cannabis und Breitmilben als unsichtbare Schädlinge im Grow

Sea of Green: Technik, Effizienz und maximale Flächennutzung im Cannabisanbau

Geschrieben von: Katharina

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Lesezeit 4 min

Sea of Green (SOG) ist eine Anbaumethode, bei der viele kleine Pflanzen auf begrenzter Fläche kultiviert werden, um möglichst schnell eine geschlossene Blütendecke zu erzeugen. Im Gegensatz zum Scrog Anbau, bei dem wenige Pflanzen stark trainiert werden, setzt Sea of Green auf kurze Vegetationsphase und hohe Pflanzendichte.


Das Ziel ist eine schnelle Umstellung in die Blüte, sodass jede Pflanze primär eine dominante Hauptcola ausbildet. Dadurch entsteht eine gleichmäßige „Blütenfläche“, die das Licht effizient nutzt.


Sea of Green ist weniger hormonelle Manipulation – sondern ein Flächendesign-Konzept.

Key Takeaways:


  • Hohe Pflanzendichte

  • Kurze Vegi

  • Fokus auf Hauptcola

  • Effiziente Lichtnutzung

  • Präzises Klima entscheidend



Inhaltsverzeichnis

Physiologisches Prinzip hinter Sea of Green

Cannabis besitzt eine natürliche apikale Dominanz. Der Haupttrieb wächst schneller als Seitentriebe, da Auxin das laterale Wachstum hemmt.


Sea of Green nutzt genau diesen Mechanismus.


Statt die Dominanz zu brechen (wie beim Scrog), wird sie beibehalten:


  • kurze Vegetationsphase

  • schnelle Blüteeinleitung

  • Fokus auf Haupttrieb



Jede Pflanze bleibt kompakt und produziert primär eine Hauptblüte.


Durch hohe Pflanzendichte entsteht eine geschlossene Canopy.


Vegetationsphase im Sea of Green

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der kurzen Vegi-Phase.


Typischer Ablauf:


  1. Bewurzelte Stecklinge oder Jungpflanzen einsetzen

  2. Nur kurze Wachstumsphase zulassen

  3. Früh in die Blüte wechseln

  4. Streckphase kontrollieren



Längere Vegetationszeiten sind hier kontraproduktiv, da:


  • Pflanzen zu groß werden

  • Schatten entsteht

  • Luftzirkulation erschwert wird



Sea of Green lebt von Gleichmäßigkeit und Kompaktheit.


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Lichtnutzung und Flächeneffizienz

Im Indoor-Anbau ist Licht der limitierende Faktor. Sea of Green maximiert die Lichtnutzung durch:


  • viele Hauptcolas auf gleicher Höhe

  • minimale Schattenbildung

  • kurze Internodien



Da jede Pflanze primär eine Hauptblüte ausbildet, konzentriert sich die Energie in einem klaren vertikalen Wachstumsmuster.


Das reduziert:


  • „Popcorn Buds“

  • ineffiziente Seitentriebe

  • Energieverluste



Die Methode ist besonders effizient unter LED-Systemen mit gleichmäßiger Ausleuchtung.


Illustration einer Milbe in Nahaufnahme – Cannabis und Breitmilben im Detail unter dem Mikroskop.
Foto von Lê Tit auf Unsplash

Topfgröße und Wurzelraum im Sea of Green

Da viele Pflanzen genutzt werden, kommen meist kleinere Töpfe zum Einsatz.


Das führt zu:


  • schnellerer Durchwurzelung

  • kürzerer Gesamtzyklus

  • höherer Reaktivität im Nährstoffsystem



Wichtig ist präzises Gießmanagement, da kleinere Töpfe schneller Salzkonzentrationen aufbauen.


Sea of Green erfordert daher exakte Kontrolle von:


  • EC

  • pH

  • Feuchtigkeit



Das System ist schneller – aber empfindlicher.


Ertragssystematik im Sea of Green

Der Ertrag entsteht hier nicht durch große Einzelpflanzen, sondern durch Masse an Hauptcolas.


Vorteile:


  • kurze Gesamtzeit

  • gleichmäßige Reife

  • effiziente Lichtausbeute



Risiken:


  • hohe Pflanzendichte erhöht Krankheitsrisiko

  • Luftzirkulation wird entscheidend

  • wenig Spielraum für Fehler



Sea of Green ist ein Zeit- und Flächenoptimierungsmodell.

Grower untersucht Pflanze mit Lupe – Cannabis und Breitmilben frühzeitig identifizieren und eindämmen.
Foto von Elsa Olofsson auf Unsplash

Klima- und Nährstoffmanagement im Sea of Green

Hohe Pflanzendichte bedeutet:


  • erhöhte Transpiration

  • höhere Luftfeuchtigkeit

  • potenziell geringere Luftzirkulation



Deshalb sind wichtig:


  • gute Umluft

  • konstante Temperatur

  • kontrollierte Luftfeuchtigkeit



Nährstoffmanagement muss stabil sein, da viele Pflanzen gleichzeitig reagieren.


Pflanzendichte, Mikroklima und Systemstabilität im Sea of Green

Der entscheidende Hebel im Sea of Green ist die hohe Pflanzendichte. Während bei anderen Methoden das Training einzelner Pflanzen im Fokus steht, entsteht beim SOG ein dichtes, nahezu geschlossenes Blätterdach. Dieses dichte Canopy verändert jedoch das Mikroklima innerhalb des Bestands erheblich.



1. Mikroklima innerhalb des Blätterdachs



Je dichter die Pflanzen stehen, desto stärker verändert sich:


  • Luftzirkulation

  • Temperaturverteilung

  • Luftfeuchtigkeit

  • CO₂-Verfügbarkeit



Im oberen Bereich der Pflanzen herrscht meist optimale Lichtintensität. Unterhalb der Hauptcolas jedoch entsteht eine andere Klimazone:


  • geringere Luftbewegung

  • höhere Luftfeuchtigkeit

  • weniger Licht

  • langsamerer Luftaustausch



Dieses Mikroklima kann bei unzureichender Umluft zu Kondensationspunkten führen. Besonders in der späten Blüte, wenn die Blüten dichter werden, steigt das Risiko für Schimmelbildung erheblich.


Sea of Green ist daher klimatisch sensibler als viele andere Methoden.


2. Transpirationsdynamik bei hoher Pflanzendichte



Viele kleine Pflanzen bedeuten viele aktive Blätter – und damit hohe Transpiration. Jede Pflanze verdunstet Wasser über ihre Spaltöffnungen (Stomata). Bei hoher Dichte steigt die Gesamtverdunstung stark an.


Das führt zu:


  • schnellerem Anstieg der Luftfeuchtigkeit

  • höherem Nährstoffbedarf

  • stärkerem Wasserumsatz

  • höherem Druck auf das Wurzelsystem



Das Nährstoffsystem muss diese erhöhte Aktivität ausgleichen. Kleine Töpfe in Kombination mit hoher Transpiration machen das System reaktiver.


Wenn Klima oder Bewässerung instabil sind, entstehen schnell:


  • Salzspitzen

  • scheinbare Mangelbilder

  • Wachstumsstagnation



SOG ist daher kein „pflegeleichter“ Ansatz, sondern ein präzises System.



3. Lichtverteilung bei geschlossener Blütendecke



Ein korrekt aufgebautes Sea of Green erzeugt eine flache, homogene Blütenfläche. Das optimiert die Lichtausbeute pro Quadratmeter. Aber:


  • Zu hohe Pflanzen → ungleichmäßige Lichtverteilung

  • Zu dichter Bestand → Schattenbildung im unteren Bereich

  • Ungleichmäßige Sorten → unterschiedliche Streckphasen



Gleichmäßigkeit ist der Schlüssel.


Stecklinge von derselben Mutterpflanze sind hier ideal, da sie identisches Wachstumsmuster besitzen. Unterschiedliche Genetiken führen zu Höhenunterschieden, was die Effizienz reduziert.


4. Nährstoffmanagement im dichten System



In Sea of Green reagieren viele Pflanzen gleichzeitig auf Veränderungen. Eine kleine Fehlanpassung im EC oder pH betrifft sofort die gesamte Fläche.


Das bedeutet:


  • exakte Düngedosierung

  • konstante pH-Kontrolle

  • regelmäßige Drain-Überprüfung

  • keine aggressiven Korrekturen



Ein instabiles Nährstoffsystem wirkt sich in einem SOG schneller sichtbar aus als bei wenigen großen Pflanzen.


5. Systemrisiko vs. Systemeffizienz



Sea of Green ist ein Effizienzmodell. Es maximiert:


  • Flächennutzung

  • Lichtausbeute

  • Zeitfaktor



Gleichzeitig erhöht es jedoch:


  • klimatische Sensibilität

  • Krankheitsrisiko bei schlechter Luftzirkulation

  • Systemreaktivität bei Nährstofffehlern



Der Erfolg liegt im Gleichgewicht zwischen Pflanzendichte und Umweltkontrolle.


FAQ

Ist Sea of Green für Anfänger geeignet?

Mit guter Planung ja, erfordert jedoch präzises Klima- und Gießmanagement.

Verlängert Sea of Green die Blüte?

Nein, oft wird die Gesamtzeit sogar verkürzt.

Ist der Ertrag höher?

Pro Fläche meist sehr effizient.

Braucht man Stecklinge?

Gleichmäßige Pflanzen sind vorteilhaft.

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von CBD oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.

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