
Lollipopping bei Cannabis – Mehr Ertrag durch gezieltes Entlauben
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Lesezeit 6 min
Geschrieben von: Katharina
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Wer beim Cannabis-Anbau das Maximum aus seinen Pflanzen herausholen möchte, stößt häufig auf den Begriff Lollipopping. Dabei handelt es sich um eine Technik des selektiven Entlaubens, bei der gezielt Blätter und kleine Seitentriebe entfernt werden, um die Pflanze dazu zu bringen, ihre Energie auf die höher gelegenen, besser beleuchteten Buds zu konzentrieren. Das Resultat: größere, potentere Blüten und ein insgesamt ertragsreicherer Anbau. Doch wie funktioniert Lollipopping genau, wann sollte man es am besten anwenden und welche Fehler gilt es zu vermeiden?
In diesem Artikel erfährst Du Schritt für Schritt, was Du zum Thema Lollipopping wissen musst, damit Deine Cannabis-Pflanzen optimal gedeihen und Dir eine reiche, qualitativ hochwertige Ernte bescheren.
Lollipopping bezeichnet eine Entlaubungstechnik, bei der gezielt alle kleinen, lichtarmen Zweige und Blätter im unteren Bereich der Pflanze entfernt werden. Auf diese Weise soll die Pflanze dazu animiert werden, ihre Energie in die oberen, besser beleuchteten Blütenstände zu stecken, anstatt Ressourcen auf kleinere, unproduktive Blüten in den unteren Regionen zu verschwenden.
• Höhere Qualität der Buds – Die Pflanze investiert mehr Ressourcen in die Hauptblüten.
• Bessere Lichtverteilung – Das Licht erreicht die wichtigen Buds besser, da das untere Blattwerk nicht mehr im Weg ist.
• Bessere Luftzirkulation – Weniger Blätter im unteren Bereich reduzieren das Risiko von Schimmel und Schädlingen.
• Einfachere Pflege – Beim Gießen und Trimmen hat man weniger Hindernisse durch unnötiges Blattwerk.
Der Name „Lollipopping“ kommt daher, dass nach der Prozedur die Pflanze oft wie ein Lolli aussieht: Ein blanker Stiel unten (der Stiel des Lutschers) und ein dichter „Blütenkopf“ oben (der Lutscher selbst).
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Damit Lollipopping effektiv ist und Deine Pflanzen dabei möglichst wenig Stress erleiden, solltest Du sorgfältig und planvoll vorgehen.
1. Bewässern: Gieße die Pflanze 1–2 Tage vor dem Lollipopping. Dadurch ist das Gewebe elastischer, und die Pflanze übersteht den Eingriff besser.
2. Werkzeug: Verwende eine scharfe Schere oder ein steriles Skalpell, um Infektionen zu vermeiden. Ein sauberes, scharfes Werkzeug schneidet präzise und verursacht weniger Gewebeverletzung.
• Kleine, schwache Triebe an den unteren 30–40 % der Pflanze wegschneiden.
• Entferne dabei nur Zweige, die kein starkes Wachstumspotenzial oder keine gute Lichtversorgung haben.
• Keine großen Hauptäste entfernen – der Fokus liegt auf kleinen Seitentrieben und schattigen Blättern.
Achtung: Wenn Du zu viele Blätter wegnimmst, kann die Pflanze gestresst werden. Ein Richtwert ist, maximal 30–40 % des unteren Blattwerks zu entfernen.
• Regeneration: Nach dem Beschneiden sollte die Pflanze ausreichend Zeit haben, um sich zu erholen. Vermeide direktes Düngen oder weiteres Beschneiden in den ersten Tagen.
• Gute Luftzirkulation: Achte auf moderate Luftfeuchtigkeit, damit sich die Schnittwunden schnell schließen können und kein Schimmel entsteht.
• Beobachten: Checke die Pflanze einige Tage später. Erscheinen neue Triebe, die keine Chance auf Licht haben, können diese noch nachträglich entfernt werden.
Ein häufiger Anfängerfehler ist das übermäßige Entfernen von Blättern und Zweigen. Das kann die Pflanze unter extremen Stress setzen, das Wachstum verzögern und letztlich den Ertrag schmälern.
• Faustregel: Entlaste den unteren Teil, aber behalte genug Blattmasse, damit die Pflanze weiterhin Photosynthese betreiben kann.
• Zu frühes Lollipopping: Vor der Wachstumsphase (Vegetationsphase) hat die Pflanze noch nicht genügend Struktur entwickelt.
• Zu spätes Lollipopping: Nach der Blütephase kann die Pflanze sich nicht mehr richtig erholen, was zu kleineren Buds und weniger Ertrag führt.
Um den Ertrag und die Qualität Deiner Pflanzen weiter zu steigern, kannst Du Lollipopping mit weiteren Methoden kombinieren.
• Low-Stress-Training bedeutet, die Äste der Pflanze vorsichtig zu biegen und fixieren, damit mehr Licht an sonst schattige Bereiche gelangt.
• In Kombination mit Lollipopping vermeidest Du unproduktive Stellen und maximierst die Lichtausbeute. Das Ergebnis sind gleichmäßiger ausgebildete Buds auf unterschiedlichen Astebenen.
Bei der SCROG-Methode wird ein Netz über die Pflanzen gespannt, durch das man die Triebe führt.
Lollipopping sorgt dafür, dass nur die obersten, kräftigen Buds durchs Netz wachsen, während unten keine kleinen, unnützen Blüten verbleiben. So konzentriert sich die gesamte Energie auf die Durchdringung des Netzes und die Bildung großer Buds an der Oberfläche.
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Ein besonderes Thema, das immer wieder unter Growern diskutiert wird, ist die Anwendung von Lollipopping bei sogenannten Autoflowering Sorten. Diese selbstblühenden Sorten beginnen ihre Blüte nicht auf Basis der Lichtstunden (Photoperiode), sondern wechseln nach einer gewissen Wachstumszeit automatisch in die Blütephase. Bei herkömmlichen photoperiodischen Sorten kann man den Zeitpunkt für Lollipopping recht genau bestimmen, da man weiß, wann man die Beleuchtung umstellt beziehungsweise wann die Pflanze aus eigenem Antrieb (im Outdoor-Bereich) in die Blüte übergeht. Bei Autoflowers hingegen entfällt diese planbare Umstellung – sie blühen, sobald ihre genetische Uhr es vorgibt.
Diese Besonderheit führt zu einigen Vor- und Nachteilen, die man beim Lollipopping berücksichtigen sollte. Einerseits reagieren viele Autoflowering Sorten sensibler auf Stress als photoperiodische Pflanzen. Das bedeutet, dass starke Beschneidungsmaßnahmen wie das Entfernen mehrerer Blätter oder ganzer Seitentriebe für sie problematisch sein können, insbesondere wenn dies zu einem Zeitpunkt passiert, an dem sie rasch in die Blüte übergehen. Werden Autoflowers in diesem kritischen Moment zu stark beschnitten, kann das Wachstum gehemmt werden, was letztlich zu einem insgesamt geringeren Ertrag führt.
Andererseits kann bei manchen robusteren Autoflowering Hybriden ein leichtes Lollipopping sinnvoll sein, wenn die Pflanze sehr buschig und unten herum extrem beschattet ist. Hierbei sollte man jedoch deutlich vorsichtiger vorgehen als bei photoperiodischen Sorten und nur die offensichtlich unproduktiven, lichtarmen Triebe entfernen. Die Grundidee ist, den Großteil der Blätter zu erhalten, damit die Pflanze trotz ihres schnellen Lebenszyklus genug Blattmasse für die Photosynthese behält. Außerdem sollte das Lollipopping bei Autoflowers eher früh und in sehr kleinem Umfang geschehen, um den durchgehenden Wachstumsprozess nicht zu stark zu beeinträchtigen.
Lollipopping ist eine effektive Technik, um die Erträge beim Cannabis-Anbau zu steigern und die Pflanze optimal zu nutzen. Indem Du die unteren, schattigen Triebe und Blätter entfernst, konzentriert sich die Pflanze auf die Ausbildung ihrer wichtigsten Buds an der Spitze – wo das Licht am besten hinkommt.
Effekt: Mehr Fokus auf hochqualitative Buds statt Energieverschwendung für Kleinstblüten.
Kombination: Insbesondere in Verbindung mit Low-Stress-Training (LST) oder SCROG kann Lollipopping das Pflanzenwachstum optimal ausrichten.
Vorsicht & Timing: Achte darauf, nicht zu früh bzw. nicht zu spät zu lollipoppen und stets nur so viele Blätter zu entfernen, dass die Pflanze nicht geschwächt wird.
Bei richtiger Anwendung erzielt man einen höheren Ertrag und bessere Qualität. Gerade für Grower, die auf Effizienz setzen oder nur begrenzten Platz zur Verfügung haben, lohnt sich diese Methode allemal.
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Ja, auch Anfänger können Lollipopping anwenden, solange sie sich an die Grundregeln halten und nicht zu viel abschneiden. Es empfiehlt sich, das erste Mal vorsichtig vorzugehen und Erfahrungen zu sammeln.
Grundsätzlich ja. Allerdings reagieren manche Sorten (z. B. sehr empfindliche Sativas) sensibler auf Stress. Indica-dominante Pflanzen verkraften das Entlauben oft etwas besser.
Meistens reicht einmal pro Wachstumszyklus aus. Manche Grower nehmen leichte Korrekturen vor, wenn wieder kleine, unproduktive Triebe wachsen. Aber zu häufiges Entlauben kann die Pflanze schwächen.
Ja, besonders mit Low-Stress-Training (LST) oder SCROG lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen, da beide Techniken unterschiedliche Aspekte der Pflanzenarchitektur optimieren.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und möchte niemanden zum Konsum von HHC oder ähnlichen Produkten verleiten. Unsere Produkte sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke gedacht. Informiere dich vor dem Kauf stets über die aktuelle Gesetzeslage in deinem Land.